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____Themen finden für das Kundenmagazin – Tipps für Anfänger und Profis

Das Kundenmagazin – die hohe Kunst der Kundenkommunikation

Ihr Web-Auftritt ist up-to-date und mobilfähig. Der Produktkatalog ist aktuell und professionell produziert. Aber an ein gedrucktes Kundenmagazin haben Sie sich noch nicht gewagt? Obwohl es ein strategisch wichtiges Element in Ihrer Kommunikation sein sollte. Warum, das legt Heike Discher in ihrem Blogbeitrag „Was Print so wertvoll macht“ überzeugend dar.

Aber Sie glauben, zu viele Gründe sprächen gegen ein Magazin. Denn…

  • … für ein Magazin haben wir nicht genug Themen.
  • … unsere Kunden wissen doch schon alles über uns.
  • … wir müssten immer dasselbe erzählen.
  • … alles Wichtige steht auf der Website und im Katalog.

Wenn das Ihre Argumente sind, dann habe ich eine gute Nachricht für Sie: Stimmt alles nicht! Und ich zeige Ihnen hier Schritt für Schritt, warum.

These 1: Für ein Kundenmagazin haben wir nicht genug Themen

Wenn dieser Einwand richtig wäre, gäbe es in Deutschland weder am Kiosk noch in den Unternehmen Magazine.

Doch was zeichnet erfolgreiche Kundenmagazine aus? Ganz einfach: Nutzwert.

Diesen Nutzwert stellen Sie her, indem Sie nicht Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung in den Vordergrund stellen, sondern das Leserinteresse. Heißt: Wählen Sie Ihre Themen nicht in erster Linie nach dem Gesichtspunkt aus, was – vordergründig – Ihrem Vertrieb hilft. Überlegen Sie, was für den Leser wichtig und interessant ist.

Das mag auf den ersten Blick vielleicht schwer zu schlucken sein – schließlich soll das Magazin dazu beitragen, Ihr Geschäft zu stärken. Aber der Leser kennt da keine Gnade: An einer weiteren Werbebroschüre ist er nicht interessiert. Und was ihn nicht interessiert, legt er beiseite.

Doch wie finden Sie heraus, was dem Leser wichtig ist? Wie kommen Sie an die Themen?

7 Tipps zur Themenfindung

  • Eigentlich simpel: Fragen Sie in Ihrer Familie und Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis. Was würden die Leute gerne erfahren rund um Ihre Branche und Ihr Unternehmen.
  • Horchen Sie in Ihr Unternehmen hinein. Fühlen Sie Ihren Kundenberatern, dem Serviceteam, den Verkäufern und Hotline-Mitarbeitern auf den Zahn: Was fragen Kunden? Was einer wissen will, interessiert viele andere ebenfalls.
  • Werfen Sie einen Blick auf ähnliche Magazine und Zeitschriften – durchaus auch die der Mitbewerber! Lesen Sie sie kritisch mit der Brille eines Außenstehenden, nicht eines Insiders: Was gefällt Ihnen, was nicht? Was könnte man besser machen? Was fehlt? Fragen Sie auch hier Außenstehende nach deren Meinung.
  • Denken Sie „around the product“ nicht „about the product“.
  • Legen Sie Kommunikationsziele fest, um bei der Themenauswahl den Fokus nicht zu verlieren. Stephan Tiersch hat in seinem zweiteiligen Blogbeitrag „Warum viele Kommunikationsziele keine sind“ ausführlich erläutert, wie man hier vorgeht.
  • Sprechen Sie über Menschen, nicht über Maschinen – oder wenn, dann über Menschen an den Maschinen …
  • Ob es nun Kollegen aus PR oder Marketing sind oder Externe: Sie brauchen Leute, die am Ball bleiben, die regelmäßig Themen abklopfen und weiterverfolgen. Richten Sie eine Redaktion ein, um Beiträge und Ideen zu sammeln und zu koordinieren. Wie oft die Runde dann zusammenkommt, hängt natürlich davon ab, wie oft Ihr Magazin erscheinen soll. Ein gut gemachtes Magazin, das dreimal im Jahr herauskommt, ist besser als eines, das zwar jeden Monat erscheint, aber blutleer ist.

These 2: Unsere Kunden wissen doch schon alles über uns

Sie kennen Ihre Branche, wissen Bescheid über Produktneuheiten und Hintergründe. Aber Ihr Kunde hat diese Expertise nicht. Muss er nicht. Will er nicht. Er will das sichere Gefühl haben, in Ihrem Unternehmen, mit Ihren Mitarbeitern, Ihren Produkten oder Dienstleistungen gut aufgehoben zu sein. Das Magazin soll mithilfe von guten Geschichten eine emotionale Bindung herstellen.

Geschichten finden, die es schaffen eine emotionale Bindung zu Ihren Kunden herzustellen

  • Wie entsteht Ihr Produkt? Lassen Sie den Leser ruhig einmal Ihren Mitarbeitern über die Schulter schauen.
  • Gibt es neue Trends? Was halten Sie davon? Geben Sie eine Einschätzung ab. Eine wichtige Hilfestellung für Ihre Kunden. Denn Sie sind der Experte.
  • Welche Erfahrungen haben Kunden mit Ihrem Unternehmen/Ihren Produkten gemacht? Lassen Sie sie erzählen.
  • Wer und wie sind Ihre Mitarbeiter? Der Jüngste, der Älteste, der Engagierteste…
  • Ist das Unternehmen sozial engagiert? Im Sport? Für Kinder? Für die Natur?
  • Wie halten Sie’s mit der Fortbildung? Weiterbildung? Ausbildung?

These 3: Wir können doch nicht immer dasselbe erzählen

Themen bleiben nie stehen. Sei es neue Technik, neue Entwicklungen, neue Trends: Das Themenfeld mag identisch bleiben – die Story aber nicht. Am Ball zu bleiben, ist daher Pflicht für Sie oder Ihr Redaktionsteam.

Tipps, wie Sie Themen am Puls der Zeit finden

  • Google Alert zum Beispiel hält Sie auf dem Laufenden. Geben Sie einfach einen Suchbegriff dort ein. Dieses Recherche-Tool schickt Ihnen dann per E-Mail eine Benachrichtigung, wenn es zu Ihrem Begriff etwas Neues im Netz gibt.
  • Setzen Sie auch auf andere Suchmaschinen, wenn Sie im Internet nach Themen und Inhalten suchen. Ich gebe zu: Google ist vermutlich unser aller Lieblings-Suchseite. Aber die Perspektive zu wechseln, kann manchmal hilfreich sein. Einen Überblick über 25 Suchmaschinen und wie sie arbeiten, liefert beispielsweise das Magazin t3n.
  • Geht es um Branchen-Wissen, eignen sich Fach-Foren für die Themensuche. Geht es darum herauszufinden, was (potenzielle) Kunden sagen, ist die Auswertung von Social-Media-Kanälen wie Facebook, Twitter, google+ uvm. hilfreich. Ideal ist natürlich, wenn eigene Kanäle vorhanden sind. Sie bieten die Möglichkeit der Marktforschung live.
  • Wie Profis, sprich Journalisten, Themen recherchieren, lesen Sie im Blogartikel „Warum googeln noch keine Recherche ist“.

These 4: Alles Wichtige steht auf der Website und im Katalog

Das Magazin hat eine ganz andere Aufgabe. Es ist mehr als ein weiterer Info-Kanal. Es soll auch unterhalten, Anregung und Nutzen bieten, ein Bild des Unternehmens zeichnen. Servieren Sie dem Leser im Magazin Interessantes, Witziges, Kurioses, Nützliches und Menschliches rund um Ihr Unternehmen, Ihre Produkte, Ihre Kunden und Mitarbeiter, über Trends und Neuigkeiten.

„Print wird wertvoller empfunden als Digital”, sagt ausgerechnet Joe Pulizzi, Gründer des – stark digital ausgerichteten – Content Marketing Institutes in Cleveland. Trotzdem nicht vergessen: Vernetzen Sie Print mit den anderen Kanälen. Viele Geschichten lassen sich auf der Unternehmens-Website oder einer speziellen Themen-Website bzw. einem Content Hub fortsetzen: mit Links zu weiterführenden Informationen, Kontaktadressen, Videos und Fotos zu Veranstaltungen und so weiter. So weckt Ihr Magazin Aufmerksamkeit, schafft Bindung – und lotst Ihre Leser im Idealfall auf Ihre Website – und letztendlich zu Ihren Produkten oder Dienstleistungen.

Fazit

Themen gibt es. Vor allem dann, wenn Sie den Mut haben, Ihr Magazin auf Ihre Leser hin auszurichten, anstatt es als besseren Kanal für Werbebotschaften anzusehen. Es macht natürlich Arbeit, Themen zu sammeln, zu sichten und umzusetzen. Doch die Mühe lohnt sich. Wenn Sie das Magazin journalistisch aufziehen – und nicht vertrieblich –, sich einer lebendigen Sprache bedienen, nah am Leser bleiben und ihm Inhalte mit Nutzwert liefern, wird er gerne danach greifen.

Autor:
Veröffentlicht am 09.09.2016
Aktualisiert am 15.04.2020

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