Erlebt das geschriebene Wort eine Renaissance?.

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Hat das geschriebene Wort in Zeiten riesiger Bildermassen an Bedeutung gewonnen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Sandra Lutz in ihrem neuen Beitrag.

Welchen Stellenwert hat das geschriebene Wort in Zeiten von Big Data und digitalem Wandel? Einige Stimmen im Netz behaupten, dass das geschriebene Wort wieder an Bedeutung gewonnen hat. Zeit, diese These genauer unter die Lupe zu nehmen.

Um die Frage nach dem Stellenwert des Wortes beantworten zu können, stelle ich mir die Frage: Was ist sonst noch wichtig im Netz? Schaut man sich in der digitalen Welt um, stellt man schnell fest, dass kaum ein Medium oder Inhalt ohne Bilder auskommt. Diese Phänomen bringt eine gigantische Bilderflut mit sich: So werden weltweit täglich 250 Millionen Fotos produziert. Viele davon landen auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder der Photo-Sharing-Plattform Instagram. Aber auch Bilddatenbanken wie Flikr werden täglich von einer Welle an neuen Bildern überflutet.

Was wirkt besser: Wort oder Bild?

Diese Entwicklung ist in Anbetracht digitaler Fotografie und Handykameras, gemeinsam einer immer besser werdenden globalen Vernetzung, nicht weiter verwunderlich. Die Frage ist, ob ein Bild bei dieser riesigen Bilderflut überhaupt noch wirken kann. Oder anders ausgedrückt: Wirkt dadurch ein Wort besser?

Die Antwort lautet jein: Man muss sich mit seinen Bildern definitiv mehr anstrengen, um nicht im Datenstrom auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Die Bilder müssen qualitativ hochwertig und aussagekräftig sein. Das ist gar nicht so einfach. Was also das Leid des Bildes, ist die Freude des Wortes?

Fest steht, dass wirklich wichtige und relevante Dinge immer (noch) aufgeschrieben werden. Das war früher so und hat sich bis heute auch nicht geändert. Das macht – meiner Ansicht nach – die Aufrufe nach der Renaissance des geschriebenen Wortes überflüssig. Denn wer schreibt, der bleibt. Und zwar im Gedächtnis ihrer Zielgruppe.

Unterschiedliche Nutzung des geschriebenen Wortes

Aber ich denke, dass das geschriebene Wort heute anders als früher genutzt wird – vor allem, was die Länge der Texte angeht. Seitenlange (Zeitungs-)Artikel sind eine Seltenheit geworden. Im Web schon zweimal. Ein Blogbeitrag hat meistens weniger als 1000 Wörter, ein Facebook-Post besteht nur aus ein paar Sätzen und ein Tweet hat maximal 140 Zeichen. Aber dennoch wird auf allen diesen Plattformen geschrieben.

Denn mit Worten kann man viel besser seine Meinung ausdrücken, als mit einem Bild. Worte geben einem Sachverhalt eine Struktur und gestalten ihn auf eine Art und Weise, wie es ein Bild nie könnte. Genau deswegen wird das geschriebene Wort nicht verschwinden!

Das geschriebene Wort kann nicht ohne Bild

Damit kommen wir zurück auf unsere Eingangsfrage: Welchen Stellenwert hat das geschriebene Wort in Zeiten von Big Data und digitalem Wandel? Ich denke, das geschriebene Wort hat einen hohen Stellenwert – aber das Bild auch.

Auch die Realität zeigt: In dem meisten Fällen ist der Text zwingend an ein Bild gekoppelt. Es gibt dabei kein Entweder-Oder. Denn Text und Bild haben beide ihre Stärken, aber eben auch ihre Schwächen. Zusammen sind sie unschlagbar. Meiner Meinung nach können sie nur gemeinsam in den Kampf um Aufmerksamkeit im endlosen Datenmeer ziehen. Wenn dabei ein Part schwächelt, zieht es den anderen mit in die Versenkung. Wer ganz oben auf der Datenwelle in World Wide Web mitschwimmen will, muss gute, pfiffige und authentische Texte verfassen UND sie mit ebenso guten, pfiffigen und authentischen Bildern unterstützen.

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